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Der Schatten steht immer mit am Ruder

>>Der Schatten steht immer mit am Ruder<<, das hört sich geheimnisvoll und interessant an, nicht wahr? In der Tat ist das Jungsche Schattenkonzept in meinen Augen eine der nützlichsten psychologischen Theorien, die wir in der heutigen Zeit zur Verfügung haben. Aber das können Sie ja bald selbst beurteilen. Mit dem begriff >>Schatten<< werden in der Jungschen Psychologie alle Eigenschaften bezeichnet, die zwar zu der Persönlichkeit eines Menschen gehören, diesem Menschen aber nicht oder nicht genügend bewusst sind. Im Schatten und damit im Unbewussten finden sich diejenigen Persönlichkeitsanteile, die im Laufe des Heranwachsens verdrängt oder abgespalten wurden, weil sie in dem Umfeld, in dem der betreffende Mensch aufwuchs, nicht erwünscht waren. Ein Mensch, der dazu erzogen wurde, immer fleißig und pflichtbewusst seine Arbeit zu erfüllen, hat im Schatten einen pflichtvergessenen Faulenzer. Ein Anwalt, der stets korrekt gekleidet ist und sehr darauf achtet, sein Leben im Rahmen der gesellschaftlichen Normen zu führen, träumt immer wieder von einem Penner, der in der Gosse sitzt. Im Volksmund kennt man den Spruch, dass in jedem Feuerwehrmann ein Brandstifter steckt. Ein Mensch, der ein sehr moralisches Leben führt und von seiner bewussten Einstellung her sexuelle Ausschweifungen verdammt, muss damit rechnen, dass in seinem Schatten ein zügelloser Lüstling lauert.

Die Faustregel lautet: je extremer die bewusste Einstellung, desto extremer der Schatten, der die gegenteilige Position vertritt. Der Mann, der immer fleißig gearbeitet hat und zuverlässig für seine Familie da war und vom Zigarettenholen nicht wiederkommt, wurde von seinem Abenteurerschatten eingeholt; die anspruchsvolle und fleißige Hausfrau, die Mann und Kinder verlässt, um mit einem karibischen Tänzer zu leben, genauso. Je stärker wir nach dem Licht streben, desto mehr müssen wir mit dem Dunkel kämpfen. Im Unbewussten besteht die Tendenz, den Menschen nicht einseitig werden zu lassen. In der Jungschen Psychologie spricht man von dem Streben nach Ganzheit, welche durch das Unbewusste vertreten wird.

Normalerweise haben die Menschen Angst davor, sich mit ihrem Schatten auseinander zu setzen. Er erscheint ihnen böse und unangenehm, und sie wollen doch gute Menschen sein! An dieser Stelle sei nochmals daran erinnert, dass Bewertungen immer von uns Menschen kommen. Die meisten Schatteninhalte waren ursprünglich nicht schlecht, sie wurden lediglich dort, wo das Kind aufwächst, als schlecht bewertet. Ein Beispiel: Ein Mädchen wächst auf einem Bauernhof auf, wo praktisches Zupacken überlebensnotwendig ist. Dieses Mädchen ist jedoch eher zartfühlend und musisch begabt, es hat zierliche Gliedmaßen und liest gerne. Auf einem Bauernhof gilt ein solches Mädchen als zimperlich und faul. Als Arbeit zählt nur das, was mit den Händen getan wird, vom Lesen melken sich die Kühe nicht und wird der Stall nicht gemistet. Das Mädchen lernt, dass seine musischen Eigenschaften schlecht sind, verdrängt diese Begabungen und entwickelt einen entsprechenden Schatten. Ihr Bruder, ein kräftiger Bub, der gerne körperlich arbeitet, bekommt für diese Eigenschaften ein Lob und ist stolz darauf. Stellen wir uns die beiden Geschwister in einem anderen Umfeld vor. Sie haben die gleiche körperliche und seelische Grundausstattung, werden jedoch in eine Professorenfamilie in der Großstadt geboren. Das Mädchen wird für seine Eigenschaften viel Lob bekommen, der Bub wird als Tollpatsch und als geistig träge beschimpft werden. Dieselbe Persönlichkeit in einem unterschiedlichen Umfeld und dieselben Wesensmerkmale werden völlig unterschiedlich bewertet!

Das obige Beispiel beschreibt ein individuelles Schicksal. Auch ganze Kulturen können Schattenfiguren ausbilden, einfach deswegen, weil zum Beispiel ihre Religion bestimmte Werte vorgibt und darum alle Menschen, die dieser Religion angehören, ähnliche Anteile in sich unterdrücken müssen, wenn sie gemäß den Kriterien ihrer religiösen Überzeugung >>gute<< Menschen sein wollen. In Kulturen, die christlich geprägt sind, haben die meisten Menschen ihre sexuellen Vorlieben in den Schatten verbannt, weil die christliche
Religion relativ prüde daherkommt. Der Effekt hiervon ist ein Mensch, der das ganze Jahr brav im Landratsamt Akten bearbeitet und dann in seinem Jahresurlaub auf Mallorca bei Ballermann 6 die Sau rauslässt.

>>Aber<<, werden Sie vielleicht einwenden, >>so einfach ist das nicht. Wenn ich ehrlich in mich hineinschaue, entdecke ich ganz üble Eigenschaften an mir, die nichts, aber auch gar nichts Positives und Unschuldiges an sich haben! Ich entdecke Mordgelüste, Phantasien über sexuelle Orgien und den Hang zu Lug und Betrug! Sie können mir nicht erzählen, dass diese Bewertungen lediglich ein Produkt des Bewusstseins sind und dass ich ruhig zu diesen Eigenschaften stehen soll! Das will ich nicht!<<

Sie haben recht, wenn Sie so etwas einwenden möchten. Und Sie verdienen eine Gratulation für die große Ehrlichkeit, mit der Sie Ihr Innenleben durchforscht haben, wenn Sie über solche offenbar abstoßenden inneren Motivlagen berichten können. Die Tatsache, dass von uns unsere Schatteninhalte so verabscheuungswürdig erscheinen, hängt mit der Funktionsweise des Unbewussten zusammen. Wie gesagt: Ursprünglich waren alle Inhalte, die wir in den Schatten verbannt haben, weder gut noch schlecht. Sie waren einfach da. Erinnern Sie sich an die Löwin, die ein Wild reißt. Sie tötet, und das ist ihre Natur. Sie bewertet nicht. Die Natur und das Leben sind einfach da und kümmern sich nicht um Bewertungen. Bewertungen sind eine Folge der Zivilisation und der zunehmenden Bewusstheit der Menschheit. Menschen mussten sich irgendwann Gesetze geben, die das Zusammenleben regelten, weil sie nicht mehr nur ihren Instinkten gehorchten und weil sie herausgefunden hatten, dass Regeln ihre Überlebenschancen steigerten, wenn sie in Gemeinschaften zusammenlebten. Darum wurde das Töten verboten, und der Impuls dazu, den wir mit der Löwin gemeinsam haben, wanderte ins Unbewusste und bildete da einen Schattenanteil.



Ungeliebte Anteile verwildern im Unbewussten

Was passiert nun mit den Inhalten, die von uns ins Unbewusste geschickt wurden? Es wäre schön, wenn man sie da aufbewahren könnte, so, wie man alte Sachen auf den Speicher trägt. Da liegen sie, bis wir uns beim nächsten Umzug wieder um sie kümmern. Mit den Inhalten des Unbewussten, so hat die Tiefenpsychologie herausgefunden, ist es, leider Gottes, nicht so. Denn das Unbewusste ist aktiv. Die Inhalte, die dort gelagert worden sind, wollen auch mitspielen im täglichen Leben. Das Unbewusste drängt danach, den Menschen zu vervollständigen. Es duldet keine Extreme in der bewussten Einstellung. Das Ungeliebte und Unbeachtete möchte auch seinen Platz im Leben, denn es gehört dazu, es ist ja ein Teil des ursprünglichen Menschen.

Im Unbewussten, so hat Jung festgestellt, geschieht etwas mit den Inhalten, die wir dorthin abgeschoben haben. Je weniger Kontakt das Bewusstsein mit dem Unbewussten hat, je weniger bestimmte Inhalte anerkannt und je mehr sie verdrängt werden, desto unkultivierter werden sie; sie werden archaisch und infantil. Während der bewusste Teil der Persönlichkeit eines Menschen in die Schule geht und erwachsen wird, werden die nicht beachteten unbewussten Anteile immer unzivilisierter, weil sich niemand um sie kümmert. Wenn die unbewussten Anteile so einen Tiefstand erreicht haben, dass er unserem Kulturniveau nicht mehr entspricht, fangen sie an, destruktiv zu wirken. Sie verwildern wie ein Garten, der nicht mehr gepflegt wird und dessen wild wuchernde Brombeerranken den Besucherinnen Löcher in die teuren Strümpfe reißen.

Durch dieses Geschehen im Unbewussten kann ein Teufelskreis entstehen: Wir haben eine bestimmte Eigenschaft in uns an einer bestimmten Norm gemessen, als ungültig verworfen und ins Unbewusste verbannt. Unsere bewusste Persönlichkeit entwickelt sich im Einklang mit unserer Umgebung weiter, die verworfene Eigenschaft hat diese Chance nicht. Wenn sie sich bemerkbar macht (und das wird unweigerlich geschehen, weil das Unbewusste aktiv ist), tritt sie in einer relativ unkultivierten Form auf. Wir werden dann von ihrem Erscheinen erschreckt. Wenn ich gerade an meiner Doktorarbeit sitze und in drei Wochen Abgabetermin habe, kommt mir die innere Faulenzerin, die sich um überhaupt nichts mehr kümmern möchte, natürlich in ihrem Absolutheitsanspruch völlig ungelegen, ja, sie könnte sogar meine Karriere gefährden.

Folge: Ich bin von dem Erscheinen des Schattens im besten Falle gestört und fühle mich belästigt. In gravierenden Fällen bin ich erschreckt oder zutiefst beschämt und schicke den entsprechenden Anteil, wenn ich wieder die bewusste Kontrolle habe, noch weiter hinab ins Unbewusste. Dort verwildert der Anteil noch mehr. Eines Tages gelingt es ihm wieder, die bewusste Kontrolle zu durchbrechen (würden Sie nicht auch an der Gefängnistür rütteln, wenn man sie eingesperrt hätte), und ich entdecke voll Entsetzen eine noch abscheulichere innere Gestalt, woraufhin ich umgehend noch drastischere Verbannungsmanöver vornehme, und so fort. Es kommt in unserem Leben der Zeitpunkt, wo die ehemals durchaus positive, aber auf Grund der momentanen Lebensumstände vorübergehend unbrauchbare Eigenschaft zu einer echten Gefahr für die bewusste Lebensführung geworden ist. Die Chancen, diese Eigenschaft in unsere bewusste Lebensführung zu integrieren und sie in ihren positiven Qualitäten nutzen zu können, sinken beständig. Und irgendwann bedarf es professioneller Hilfe, um den Schatten ans Tageslicht zu holen und ihn zu >>rekultivieren<<.



Verwilderte Anteile können zur Ressource werden

Wir können nämlich unseren Schatten als Ressource nutzen. Seien die Anteile, die wir entdecken, anfänglich auch noch so ungeliebt, wenn wir uns beharrlich und liebevoll mit unserem Schatten beschäftigen, dann können wir aus dem unzivilisierten Wildfang in uns allmählich ein akzeptables Mitglied der menschlichen Gesellschaft machen. In der Sprache der Jungschen Psychologie nennt man diesen Vorgang >>die Integration des Schattens<<. Durch die Integration des Schattens profitieren wir auf zweierlei Art: Erstens wird viel psychische Energie frei. Den Energiebetrag, den wir bisher benötigt haben, um den Schatten in der Versenkung zu halten, haben wir auf einmal zu unserer freien Verfügung. Es ist, als habe man das bisherige Leben immer mit einem Arm gelebt, weil man den anderen Arm benötigt hat, um den Schatten in der Versenkung zu halten. Wenn die Notwendigkeit wegfällt, die Tür zuzudrücken, haben wir auf einmal beide Arme frei und viel Kraft übrig, um mit beiden Armen tolle Dinge zu tun. Der zweite Vorteil: Wir verfügen neben der frei gewordenen psychischen Energie über eine neue Eigenschaft in unserem Handlungsrepertoire. Richtig >> neu << ist die Eigenschaft ja eigentlich nicht, denn sie hat sowieso schon immer zu uns gehört, aber für unser bewusstes Ich ist die Eigenschaft neu, und es ist sehr reizvoll und fruchtbringend, die neu entdeckten Elemente der Persönlichkeit in das alltägliche Leben zu integrieren.

Um beim Beispiel meiner Doktorarbeit zu bleiben: Nachdem ich Freundschaft mit meinem inneren Faulpelz geschlossen hatte, konnte ich – ob Sie es glauben oder nicht – viel effektiver arbeiten, indem ich genügend Zeit mit Nichtstun verbrachte! Früher hatte ich mich am Schreibtisch gequält, selbst wenn mein Gehirn ausgetrocknet und zermürbt war, mein Hintern schmerzte und der Bildschirm meines PCs vor meinen entzündeten Augen flimmerte. Ich musste arbeiten, ich durfte mir keine Pause gönnen. Was dabei an fruchtbaren Ergebnissen heraus kam, können Sie sich vorstellen. Sätzchen für Sätzchen quälte ich mir ab, und die Seiten meiner Dissertation wollten und wollten nicht mehr werden. Heute lege ich auf der Stelle eine Pause ein, sobald ich müde werde oder anfange zu gähnen. Mein Faulpelz meldet sich und gemahnt mich an die Tatsache, dass das Leben nicht nur aus Mühsal und Plackerei bestehen sollte.


Was für eine weise Botschaft! Ich mache dann solange etwas anderes, bis der Faulpelz sich erholt hat. Wenn ich mich dann wieder an den Schreibtisch setze, erledige ich frisch und ausgeruht dasselbe Pensum wie in den alten Qualphasen, allerdings in einem Drittel der Zeit und mit bedeutend mehr Freude und Leichtigkeit. Diese Buch entsteht übrigens auch in bestem Einvernehmen mit meinem inneren Faulpelz, und es macht mir großen Spaß, daran zu schreiben. Die Arbeit mit dem inneren Faulpelz habe ich inzwischen in meinen Seminaren mit vielen hart arbeitenden Managerinnen und Managern gemacht, alle berichten von demselben Effekt. Durch die Kooperation mit dem inneren Faulpelz arbeiten sie effektiver als früher!


Sicher sind Sie jetzt schon gespannt darauf, Ihre eigenen inneren Schattenanteile zu entdecken. Einige haben Sie gemeinsam mit der Kultur, in der Sie leben, mit ziemlicher Sicherheit dürften Sie in der Lage sein, einen solchen inneren Faulpelz aufzuspüren, wenn Sie danach suchen. Menschen in Südamerika oder in Indien zum Beispiel haben keinen solchen inneren Faulpelz. Ihre Kultur erlaubt ihnen, ausreichend Pausen zu machen und im Hier und Jetzt zu leben. Dies ist übrigens der Grund, warum wir so gerne südliche Länder aufsuchen, um Urlaub zu machen. Wir spüren instinktiv, dass die Menschen dort eine Eigenschaft haben, die uns fehlt und die wir zur Erholung dringend benötigen. Wenn wir unseren eigenen inneren Faulpelz integriert haben, können wir diesbezüglich viel Geld sparen.


Sie haben aber sicherlich auch noch Anteile in sich, die nur Ihnen gehören und die mit Ihrem engeren Umfeld, Ihrer Familie und dem Ort Ihres Aufwachsens eng verbunden sind. Diesen Anteilen wollen wir uns im nächsten Kapitel widmen. Da wir immer noch daran sind, das romantische Dilemma der starken Frau zu klären, interessiert uns natürlich besonders der Schatten den Sie, liebe starke Frau, im Laufe Ihres Lebens ausgebildet haben. Dieses Thema wird hochbrisant, das verspreche ich Ihnen.





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